„Der Weg zur Katastrophe“ führt durch bisher unbeschrittenes Land. An vielen Fronten oft des Kampfes unmittelbarer Zeuge, wurde ich dem Generalobersten Conrad von Hötzendorf im Sommer 1915 in Teschen vorgestellt. Dort gab mir der Feldmarschall, da ich sein Vertrauen allmählich hatte gewinnen können, im Jahr von Luck die erste große Darstellung der Kriegszusammenhänge.
Anfang 1917 trat der Chef des österreichisch-ungarischen Generalstabes zurück. Fünfviertel Jahre durfte ich mit Unterbrechung in Bozen, oft genug im Arbeitszimmer des Marschalls, dem Studium der Welttragödie widmen: von Freiherrn von Conrad durch die ganze Klarheit seines mächtigen Geistes angeregt, durch sein herbes Bestehen auf Sachlichkeit und Richtigkeit gelenkt, zugleich durch unendliche Geduld gefördert. Briefe eines dokumentarischen Stils ergänzten die gewonnenen Eindrücke. Während des Krieges sah und sprach ich den Marschall zum letzten Mal in Villach. Hier und in Triest erlebt Conrad einsam den Zusammenbruch – –
Die Niederschrift des Buches beginnt.
Für viele Abschnitte mußten viele befragt werdend Nicht nur der Feldmarschall. Er selbst las das Manuskript mit strengster Kritik und duldete auch die kleinste Ungenauigkeit nicht. Bisweilen machte er aus anderer Ansicht kein Hehl, ohne daß ich meinen Standpunkt zu ändern vermochte.
Wichtige Bestätigung des ganzen Kriegsablaufes gab dann Feldmarschalleutnant Josef Metzger, der frühere Chef der Operationsabteilung im österreichisch-ungarischen Armeeoberkommando.
Über den Abschnitt der Durchbruchsschlacht bei Tarnow und Gorlice, über die Entwicklung ihrer Vorgeschichte, wurde der deutsche Bevollmächtigte im Teschener und Badener Hauptquartier, General von Cramon, befragt.
Feldmarschalleutnant Otto Ritter von Berndt, der Generalstabschef der IV. österreichisch-ungarischen Armee, gab mit anderen Wissenden und Beteiligten Aufschlüsse über das Ereignis von Luck. Überdies lag der interne Lucker Gefechtsbericht an das österreichisch-ungarische Armeeoberkommando mir zum Studium vor.
Die Richtlinien der österreichisch-ungarischen Politik endlich – vom Anfang 1917 bis ins Frühjahr 1918 – und ihr Echo bei den Führern in Deutschland erhellte im wesentlichen der frühere österreichisch-ungarische Minister des Äußeren Graf Ottokar Czernin.
Nunmehr werden manche das unbeschrittene Land freilich mit Erstaunen durchwandern. Einige mit aufsteigendem Zorn, viele mit tiefem Erschrecken....
Details
- Publication Date
- Feb 21, 2022
- Language
- German
- Category
- History
- Copyright
- No Known Copyright (Public Domain)
- Contributors
- By (author): Karl Friedrich Nowak
Specifications
- Pages
- 161
- Binding Type
- Paperback Perfect Bound
- Interior Color
- Black & White
- Dimensions
- US Trade (6 x 9 in / 152 x 229 mm)